Über uns

Kontakt

Mail: sisterresist@gmx.at

Verschlüsselt Mails schreiben an Sister Resist: pgp

=====================================

English: Contact and self-image

Italiano: Contatto ed Immagine di sé

=====================================

Was ist sisterresist?

Rosa: sisterresist ist ein feministisches Frauen*kollektiv in Salzburg, das seit 2010 besteht. Wir kämpfen autonom für eine herrschaftslose, gewaltfreie Gesellschaft ohne Zwänge. Ursprünglich kennen gelernt haben sich einige von uns während der Unibesetzung. Danach gab  es einmal im Monat einen Frauenstammtisch, der vom damaligen ÖH Frauenreferat organisiert wurde. Da kamen dann noch weitere Frauen dazu und am Ende entstand daraus sisterresist. Insgesamt sind wir rund fünfzehn Frauen*.

Wie definiert ihr euch?

Lila: Wir verstehen Geschlecht und damit verbundene Konsequenzen nicht als natürliche Gegebenheit, sondern als ideologische Konstruktion, die der Herstellung und Verschleierung von Machtverhältnissen dient. Natur kennt keine Kategorien und bringt diese auch nicht hervor, sie sind gesellschaftlich produziert und dienen als Grundlage zur Bewertung von Menschen. Wir stellen uns gegen jegliche Ideologie der Ungleichheit, die davon ausgeht, dass es „Bessere“ und „Schlechtere“ gibt, die ein „Wir“ konstruiert, um alle “Anderen” dadurch auszugrenzen. Daher lehnen wir uns gegen das bestehende System auf.

Wieso bezeichnet ihr euch als antikapitalistisches Kollektiv?

Susi: Kapitalismus lebt von gesellschaftlichen Ungleichheiten. Gäbe es keinen Sexismus, Rassismus, Antisemitismus, keine Homo-/Trans- oder Intersexphobie und keine Klassen, würde er nicht mehr funktionieren. Frauen* leisten überwiegend unbezahlte Reproduktionsarbeit und arbeiten häufig Teilzeit. Dies stützt die Aufrechterhaltung des kapitalistischen Systems auf Kosten von Frauen*. Für Frauen* bedeutet der durchschnittlich geringere Lohn in der Erwerbsarbeit den Druck einen schlechteren Lohn individuell akzeptieren zu müssen, und für das Kapital Grund und Vorwand weniger zu zahlen. Sie sind jene Reservearmee, welche das Kapital braucht, um erfolgreich Lohndumping zu betreiben. Der Ausschluss vieler Frauen* vom regulären Arbeitsmarkt bis hin zu ihrer Illegalisierung stellt einen weiteren Unterdrückungsmechanismus zur Kapitalakkumulation dar.

Rosa: Genau. Denn der globale Kapitalismus ist auch von rassistischen Politiken geprägt. Die Einschränkung der Bewegungsfreiheit von Menschen bei gleichzeitiger Auslagerung der Produktion in Länder des globalen Südens bedeutet eine Zuweisung in die moderne Lohnsklaverei. Bei Zuwiderhandeln drohen Haft und Abschiebung, oder Beschäftigung in der Schattenwirtschaft. So wird ein Teil der Menschheit auf das ausweglose Prekariat verwiesen um den ausschweifenden Konsum des Westens und den Reichtum Weniger zu ermöglichen. Dagegen und gegen andere Ausgrenzungspolitiken sowie für eine freie Gesellschaft, in der alle ihre Potentiale entfalten und autonom ihr Leben gestalten können, kämpfen wir.

Was braucht es, um als Gesellschaft in diesem Sinne frei zu sein?

Rosa: Das Fehlen von struktureller Gewalt ist die Grundlage für die volle Entfaltung der jeweiligen Potentiale. Strukturelle Gewalt äußert sich in der ungleichen Verteilung von Eigentum, Teilhabe und Lebenschancen, entlang der Trennlinien Klasse, Geschlecht, Herkunft… Strukturelle Gewalt zeigt sich in der Setzung von Grenzen, in Inklusion oder Ausschluss. Strukturelle Gewalt wird in der Trennung in Öffentlich und Privat und deren Hierarchisierung zulasten des ins Private Verdrängten manifest. Und ohne physische Gewalt wären die Aufrechterhaltung und Durchsetzung dieses Gesellschaftsvertrages auch nicht möglich. Es braucht also eine Gesellschaft, die frei von Gewalt ist.

Setzt ihr euch mit feministischer Theorie auseinander?

Susi: Es ist nicht so, dass wir viele Lesekreise veranstalten. In der Praxis stellen sich aber viele theoretische Fragen, die uns zum Diskutieren bringen. Wir gehen davon aus, dass die Kategorie Geschlecht konstruiert ist und ständig reproduziert wird. Diese Kategorisierung hat nachteilige Folgen für all jene, die als Frauen* gelten. Alle Frauen* teilen Erfahrungen von Sexismus sowie psychischer, physischer und struktureller Gewalt.  Viele Frauen sind aufgrund anderer Kategorisierungen weiteren Diskriminierungen ausgesetzt. Feministische Theorie dient uns dabei als Analysewerkzeug. Wir verorten  unseren Kampf in der Frauen*bewegung, wobei  politische Arbeit für uns bedeutet, Herrschaftsverhältnisse aufzuzeigen und für den Widerstand gegen das kapitalistische Patriarchat zu mobilisieren.

Und wie sieht die politische Praxis aus?

Lila: Wir organisieren Demos, Kundgebungen, aktionistische Interventionen und Diskursveranstaltungen, die Raum für Vernetzung und Reflexion bieten. Unsere aktuellen Projekte findet ihr laufend upgedatet auf unserem Blog:  https://sisterresist.wordpress.com/

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s